Allgemeinwissen der Börse

Indikatoren

Fibonacci Retracements

Fibonacci Retracements sind ein Werkzeug der technischen Analyse, mit dem potenzielle Unterstützungs- und Widerstandsbereiche innerhalb eines Trends identifiziert werden. Sie basieren auf den prozentualen „Zurücksetzungen“ eines vorangegangenen Impulses und helfen beim Timing von Einstiegen, Ausstiegen und beim Setzen von Stop-Loss und Take-Profit.

Kerngedanke und typische Levels

Kerngedanke: Nach einer starken Bewegung (Impuls) korrigiert der Markt oft einen Teil dieser Strecke, bevor der Trend weiterläuft. Fibonacci-Level markieren wahrscheinliche Zonen, an denen diese Korrektur pausieren oder drehen kann.

Standard-Levels:

23,6% → flache Korrektur, starker Trend

38,2% → „gesunde“ Korrektur

50% → psychologisches, kein „echtes“ Fibonacci-Level, aber sehr verbreitet

61,8% → „goldenes“ Level, häufige Wendepunkte

78,6% → tiefe Korrektur, Trend noch möglich

So ziehst du Fibonacci korrekt

Trendrichtung bestimmen:

Aufwärtstrend → von Tief nach Hoch ziehen.

Abwärtstrend → von Hoch nach Tief ziehen.

Saubere Bezugspunkte wählen:

Nimm das markante Swing-Tief und Swing-Hoch des letzten klaren Impulses (nicht von Mikro Schwankungen irritieren lassen).

Zeiteinheit abstimmen:

Intraday: nutze die letzten 1–3 klaren Impulse.

Swing/Position: arbeite mit Tages- oder Wochencharts für robustere Levels.

Logik prüfen:

Passen die Fibonacci-Zonen mit sichtbaren Preisreaktionen, Gaps oder Volumenspitzen zusammen? Wenn ja, steigt ihre Relevanz.

Anwendung im Trading

Einstiege

Trendfolge-Einstieg: Warte die Korrektur bis 38,2%/50%/61,8% ab und suche Bestätigung (z. B. bullische/bärische Kerzenmuster), um in Trendrichtung einzusteigen.

Retest-Einstieg: Nach einem Breakout kann ein Rücklauf an ein Fibonacci-Level als „Retest“ dienen.

Stop-Loss

Schutz jenseits des nächsten Levels: Platziere Stops leicht jenseits des Fibonacci-Levels, das deine Setup-Logik invalidiert (z. B. unterhalb 61,8% bei Long).

Take-Profit

Partial-Profits an Gegenlevels: Nimm Teilgewinne an vorherigen Swing-Zonen oder nutze Fibonacci-Extensions (z. B. 127,2% oder 161,8%) für Zielprojektion.

Stärken und Grenzen

Stärken:

Klar definierte Zonen ohne „Rate-Spiel“.

Funktioniert in allen Märkten und Zeiteinheiten.

Ideal zur Strukturierung von Pullbacks und Take-Profits.

Grenzen:

Subjektivität bei der Wahl von Swing-Punkten.

Seitwärtsphasen erzeugen viele Fehlsignale.

News-getriebene Märkte ignorieren oft technische Levels.

Häufige Fehler und Tipps

Zu kurze Impulse messen: Wähle markante Swings; Mikro-Schwankungen verfälschen die Aussagekraft.

Konfluenz ignorieren: Fibonacci ist allein gut, mit Bestätigung besser. Suche Überlappungen mit SR, Trendlinien, Volumen.

Blindes Kaufen/Verkaufen am Level: Nutze Kerzenmuster, Momentum-Checks oder Retests zur Bestätigung.

Zeitfenster mischen: Wenn du auf H1 planst, bestätige nicht nur mit M1 – bleibe konsistent.

DEMA– Double Exponential Moving Average

Definition

Der DEMA ist eine Weiterentwicklung des klassischen EMA. Er wurde entwickelt, um die Verzögerung (Lag) zu reduzieren, die bei gleitenden Durchschnitten entsteht. Dadurch reagiert der DEMA noch schneller auf Kursänderungen und liefert präzisere Signale für kurzfristige Trader.

Funktionsweise

Berechnung: Der DEMA kombiniert einen EMA mit einem „EMA des EMA“.

Ziel: Glättung des Kurses bei gleichzeitig schnellerer Reaktion auf neue Bewegungen.

Darstellung: Wie EMA als Linie im Chart, aber mit weniger Verzögerung.

Anwendung im Trading

Trendbestimmung:

Kurs über DEMA → bullische Tendenz

Kurs unter DEMA → bärische Tendenz

Crossovers:

Kombination von kurzem und langem DEMA → liefert schnelle Kauf-/Verkaufssignale

Scalping & Intraday-Trading:

Besonders beliebt bei kurzfristigen Strategien, da Signale früher kommen als beim EMA.

Dynamische Unterstützung/Widerstand:

DEMA-Linien wirken wie flexible Zonen, an denen der Kurs oft reagiert.

Vor- und Nachteile

Vorteile

Schnellere Signale als EMA → ideal für kurzfristige Trader

Weniger Verzögerung → bessere Trendbestätigung

Gut kombinierbar mit Momentum-Indikatoren (z. B. RSI)

Nachteile

Empfindlicher gegenüber „Marktrauschen“ → mehr Fehlsignale in Seitwärtsmärkten

Für langfristige Analysen weniger geeignet → EMA oder SMA sind stabiler

Allein genutzt nicht ausreichend → besser mit weiteren Bestätigungen kombinieren

Stochastic Oscillator

Definition

Der Stochastic ist ein Momentum-Indikator, der den aktuellen Kurs mit der Preisspanne der letzten Perioden vergleicht. Er zeigt, ob ein Markt überkauft oder überverkauft ist.

Funktionsweise

Besteht aus zwei Linien: → %K = schnelle Linie → %D = geglättete Linie (meist gleitender Durchschnitt von %K)

Wertebereich: 0–100 → Überkauft: >80 → Überverkauft: <20

Kreuzungen der Linien gelten als potenzielle Ein- oder Ausstiegssignale

Besonders effektiv in Seitwärtsmärkten oder bei Umkehrpunkten

Anwendung im Trading

Umkehrsignale: → %K kreuzt unter %D im überkauften Bereich → Verkaufssignal → %K kreuzt über %D im überverkauften Bereich → Kaufsignal

Bestätigung: → In Kombination mit RSI oder Marktstruktur zur Trendwende-Erkennung

Timing-Werkzeug: → Gut für kurzfristige Einstiege bei Range-Trading oder Pullbacks

Vor- und Nachteile

Vorteile

Einfach zu interpretieren

Gut für Umkehrpunkte in ruhigen Märkten

Kombinierbar mit anderen Indikatoren (z. B. RSI, EMA)

Nachteile

Viele Fehlsignale in starken Trends

Allein wenig aussagekräftig → besser mit Trendfilter verwenden

Parameter müssen an Marktverhalten angepasst werden

ATR – Average True Range

Definition

Der ATR ist ein Volatilitätsindikator, der die durchschnittliche Handelsspanne eines Marktes über einen bestimmten Zeitraum misst. Er zeigt, wie stark sich der Kurs bewegt – unabhängig von der Richtung.

Funktionsweise

Berechnung: Berücksichtigt die größte Spanne aus → Hoch – Tief → Hoch – Schlusskurs der Vorperiode → Tief – Schlusskurs der Vorperiode

Daraus wird ein gleitender Durchschnitt gebildet (z. B. ATR 14).

Je höher der ATR, desto volatiler der Markt.

Anwendung im Trading

Risikomanagement: ATR hilft bei der Bestimmung von Stop-Loss- und Take-Profit-Abständen.

Positionsgröße: Trader passen ihre Lotgröße an die Volatilität an.

Trendstärke: Hoher ATR = starke Bewegung, niedriger ATR = ruhiger Markt.

Breakouts: Plötzlicher ATR-Anstieg kann auf bevorstehende Trendbewegungen hinweisen.

Vor- und Nachteile

Vorteile

Universell einsetzbar (Forex, Indizes, Rohstoffe, Krypto)

Sehr nützlich für Stop-Loss-Setzung und Money Management

Einfach zu interpretieren

Nachteile

Zeigt nur Volatilität, keine Richtung

Allein wenig aussagekräftig → besser mit Trendindikatoren kombinieren

Kann in ruhigen Märkten wenig Mehrwert bieten

Parabolic SAR (Stop and Reverse)

Definition

Der Parabolic SAR ist ein Trendfolge-Indikator, der direkt im Chart Punkte oberhalb oder unterhalb des Kurses darstellt. Er zeigt, wann ein Trend wahrscheinlich endet und sich umkehrt („Stop and Reverse“).

Funktionsweise

Punkte unter dem Kurs → bullischer Trend.

Punkte über dem Kurs → bärischer Trend.

Bei Trendwechsel springt der Punkt auf die andere Seite des Kurses.

Parameter: Schrittweite (z. B. 0,02) und Maximalwert (z. B. 0,2) bestimmen die Empfindlichkeit.

Anwendung im Trading

Trendbestimmung: Einfache visuelle Darstellung von Auf- und Abwärtstrends.

Einstieg/Ausstieg: Wechsel der Punkte → potenzielles Signal für Positionswechsel.

Stop-Loss-Setzung: Punkte dienen als dynamische Stop-Loss-Marken.

Kombination: Oft mit gleitenden Durchschnitten oder RSI genutzt, um Fehlsignale zu filtern.

Vor- und Nachteile

Vorteile

Sehr leicht zu interpretieren (Punktwechsel = Signal).

Gut für klare Trends und Stop-Loss-Management.

Universell einsetzbar (Forex, Indizes, Rohstoffe, Krypto).

Nachteile

Viele Fehlsignale in Seitwärtsmärkten.

Empfindlich gegenüber Parameterwahl → muss an Markt angepasst werden.

Allein wenig aussagekräftig → besser mit Trendbestätigung kombinieren.

RSI

Definition

Der RSI ist ein Momentum-Indikator, der misst, wie stark und wie schnell sich ein Kurs bewegt. Er zeigt, ob ein Markt überkauft oder überverkauft ist und hilft Tradern, Wendepunkte oder Bestätigungen im Trend zu erkennen.

Funktionsweise

Skala: Werte zwischen 0 und 100

Berechnung: Vergleicht die durchschnittlichen Gewinne mit den durchschnittlichen Verlusten über einen bestimmten Zeitraum (meist 14 Tage oder 14 Kerzen).

Interpretation:

>70 → Markt gilt als überkauft → mögliche Korrektur oder Trendpause

<30 → Markt gilt als überverkauft → mögliche Erholung oder Trendwende

50 → neutral, Trendrichtung unklar

Anwendung im Trading

Trendbestätigung: RSI über 50 → bullische Tendenz, unter 50 → bärische Tendenz

Umkehrsignale: Extreme Werte (über 70 oder unter 30) deuten auf mögliche Gegenbewegungen hin

Divergenzen:

Kurs macht neue Hochs, RSI nicht → Warnsignal für Trendende

Kurs macht neue Tiefs, RSI nicht → Hinweis auf bevorstehende Erholung

Vor- und Nachteile

Vorteile

Einfach zu verstehen und weit verbreitet

Funktioniert in allen Märkten (Forex, Indizes, Rohstoffe, Krypto)

Gut kombinierbar mit anderen Indikatoren (z. B. MA, Bollinger Bänder)

Nachteile

In starken Trends bleibt RSI lange überkauft/überverkauft → Fehlsignale möglich

Allein genutzt oft zu ungenau → besser mit Trend- oder Volumenindikatoren kombinieren

EMA– Exponential Moving Average

Definition

Der EMA ist ein gleitender Durchschnitt, der aktuelle Kursbewegungen stärker gewichtet als ältere. Dadurch reagiert er schneller auf neue Trends als der klassische SMA (Simple Moving Average).

Funktionsweise

Berechnung: Der EMA berücksichtigt alle vergangenen Kurse, gewichtet aber die jüngsten stärker.

Darstellung: Als Linie im Chart, die den Durchschnittspreis über einen bestimmten Zeitraum zeigt (z. B. EMA 20, EMA 50, EMA 200).

Reaktion: Schneller als SMA → besser für kurzfristige Trader, da Signale früher sichtbar sind.

Anwendung im Trading

Trendbestimmung:

Kurs über EMA → bullische Tendenz

Kurs unter EMA → bärische Tendenz

Crossovers:

Wenn ein kurzer EMA (z. B. EMA 50) einen langen EMA (z. B. EMA 200) nach oben kreuzt → Kaufsignal („Golden Cross“)

Kreuzt er nach unten → Verkaufssignal („Death Cross“)

Dynamische Unterstützung/Widerstand:

EMA-Linien wirken oft wie „unsichtbare“ Support- oder Resistance-Zonen.

Vor- und Nachteile

Vorteile

Reagiert schneller auf neue Trends als SMA

Universell einsetzbar in allen Märkten (Forex, Indizes, Rohstoffe, Krypto)

Gut kombinierbar mit anderen Indikatoren (z. B. RSI, Bollinger Bänder)

Nachteile

Kann in Seitwärtsmärkten viele Fehlsignale liefern

Zu schnelle EMAs (z. B. EMA 9) reagieren empfindlich auf kleine Schwankungen → „Noise“

Allein genutzt oft nicht ausreichend → besser mit Trendbestätigung kombinieren

Bollinger Bands

Definition

Die Bollinger Bänder sind ein technischer Indikator, der die Volatilität eines Marktes misst. Sie bestehen aus drei Linien:

Mittleres Band → ein gleitender Durchschnitt (meist 20 Perioden)

Oberes Band → mittleres Band + (Standardabweichung × Faktor, meist 2)

Unteres Band → mittleres Band – (Standardabweichung × Faktor, meist 2)

Damit zeigen die Bänder, wie stark der Markt schwankt und ob er überkauft oder überverkauft ist.

Funktionsweise

Wenn die Bänder eng zusammenliegen → geringe Volatilität, Markt konsolidiert.

Wenn die Bänder weit auseinandergehen → hohe Volatilität, starke Bewegung im Markt.

Kursbewegungen:

Berührt oberes Band → Markt gilt als überkauft, mögliche Korrektur.

Berührt unteres Band → Markt gilt als überverkauft, mögliche Erholung.

Band Walk → In starken Trends läuft der Kurs längere Zeit am oberen oder unteren Band entlang.

Anwendung im Trading

Trendbestätigung: Ein „Band Walk“ zeigt Trendstärke.

Umkehrsignale: Berührung der äußeren Bänder + Divergenz im RSI → mögliche Trendumkehr.

Breakout-Strategien: Enge Bänder deuten auf bevorstehenden Ausbruch hin („Squeeze“).

Volatilitätsmessung: Trader nutzen die Bandbreite, um Stops und Ziele anzupassen.

Vor- und Nachteile

Vorteile

Zeigen Volatilität klar und visuell

Universell einsetzbar in allen Märkten (Forex, Indizes, Rohstoffe, Krypto)

Gut kombinierbar mit Trend- und Momentum-Indikatoren (EMA, RSI)

Nachteile

Allein genutzt oft zu ungenau → Fehlsignale möglich

In starken Trends bleibt der Kurs lange am Band → falsche Umkehrerwartungen

Parameter (Perioden, Standardabweichung) müssen an Markt angepasst werden

MACD – Moving Average Convergence Divergence

Definition

Der MACD ist ein Trendfolge- und Momentum-Indikator, der die Beziehung zwischen zwei exponentiellen gleitenden Durchschnitten analysiert. Er zeigt, ob ein Markt an Stärke gewinnt oder verliert.

Funktionsweise

Besteht aus drei Komponenten: → MACD-Linie = EMA(12) – EMA(26) → Signal-Linie = EMA(9) der MACD-Linie → Histogramm = Abstand zwischen MACD- und Signal-Linie

Kreuzung der Linien → potenzielles Kauf-/Verkaufssignal

Histogramm zeigt Momentum-Zunahme oder -Abnahme

Anwendung im Trading

Trendbestätigung: → MACD über Null → bullisch → MACD unter Null → bärisch

Crossovers: → MACD kreuzt über Signal-Linie → Kaufsignal → MACD kreuzt unter Signal-Linie → Verkaufssignal

Divergenzen: → Kurs steigt, MACD fällt → mögliche Trendwende

Vor- und Nachteile

Vorteile

Kombiniert Trend- und Momentum-Analyse

Gut für mittelfristige Strategien

Visuell klar durch Histogramm und Linien

Nachteile

Verzögerte Signale bei schnellen Bewegungen

Fehlsignale in Seitwärtsmärkten

Weniger geeignet für sehr kurzfristiges Trading

Supertrend

Definition

Der Supertrend ist ein Trendfolge-Indikator, der auf dem ATR (Average True Range) basiert. Er zeigt direkt im Chart, ob der Markt bullisch oder bärisch ist, indem er eine Linie über oder unter dem Kurs platziert.

Funktionsweise

Berechnung: Kombination aus Kurs und ATR → ergibt eine dynamische Linie.

Liegt der Kurs über der Linie → bullischer Trend.

Liegt der Kurs unter der Linie → bärischer Trend.

Farbe der Linie wechselt je nach Trendrichtung (grün = long, rot = short).

Anwendung im Trading

Trendbestimmung: Einfacher visueller Filter für bullische/bärische Phasen.

Einstiegssignale: Trendwechsel → Farbe wechselt → potenzielles Long-/Short-Signal.

Stop-Loss-Setzung: Linie dient als dynamische Unterstützung/Widerstand.

Kombination: Oft mit EMA oder RSI genutzt, um Fehlsignale zu reduzieren.

Vor- und Nachteile

Vorteile

Sehr leicht zu interpretieren (Farbumschlag = Signal).

Kombiniert Trend- und Volatilitätsanalyse.

Universell einsetzbar (Forex, Indizes, Rohstoffe, Krypto).

Nachteile

Viele Fehlsignale in Seitwärtsmärkten.

Allein wenig aussagekräftig → besser mit weiteren Indikatoren kombinieren.

Parameter (ATR-Periode, Multiplikator) müssen an Markt angepasst werden.


Börsenwissen

Ask & Bid
  • Bid → Preis, den Käufer bereit sind zu zahlen (Nachfrage).

  • Ask → Preis, zu dem Verkäufer bereit sind zu verkaufen (Angebot).

  • Spread → Differenz zwischen Ask und Bid, zeigt die Marktliquidität.

Marktteilnehmer
  • Privatanleger → Einzelne Trader und Investoren.

  • Institutionelle Investoren → Banken, Fonds, Versicherungen.

  • Market Maker → Stellen Liquidität bereit, indem sie ständig Bid- und Ask-Preise anbieten.

  • Prop Trader → Handeln mit Kapital von Prop-Firmen.

  • Broker → Vermittler zwischen Tradern und Märkten.

Technische Analyse
  • Definition: Analyse von Kursbewegungen, Mustern und Indikatoren.

  • Werkzeuge: Chartformationen, Fibonacci, RSI, EMA/DEMA, Bollinger Bänder.

  • Ziel: Wahrscheinlichkeiten für zukünftige Kursbewegungen bestimmen.

Orderarten
  • Market Order → Sofortige Ausführung zum aktuellen Marktpreis.

  • Limit Order → Ausführung nur zu einem festgelegten Preis oder besser.

  • Stop Order → Aktiviert eine Market Order, sobald ein bestimmtes Preisniveau erreicht wird.

  • Stop-Limit Order → Kombination aus Stop und Limit, präziseres Risikomanagement.

  • Trailing Stop → Dynamischer Stop-Loss, der sich mit dem Kurs mitbewegt.

Trends
  • Aufwärtstrend → Höhere Hochs und höhere Tiefs.

  • Abwärtstrend → Niedrigere Hochs und niedrigere Tiefs.

  • Seitwärtstrend → Kurs bewegt sich in einer Range ohne klare Richtung.

  • Trendlinien & Kanäle → Visuelle Hilfsmittel zur Erkennung von Trends.

Fundamentale Analyse
  • Definition: Bewertung von Unternehmen oder Märkten anhand von Wirtschaftsdaten.

  • Faktoren: Gewinn, Umsatz, Zinsen, Inflation, geopolitische Ereignisse.

  • Ziel: Den „inneren Wert“ einer Aktie oder eines Assets bestimmen.

Risikomanagement
  • Stop-Loss & Take-Profit → Schutz vor großen Verlusten, Sicherung von Gewinnen.

  • Positionsgröße → Einsatz pro Trade an Kontogröße und Risiko angepasst.

  • Diversifikation → Streuung über verschiedene Märkte und Assets.

  • Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) → Verhältnis von möglichem Gewinn zu möglichem Verlust.

  • Psychologie → Disziplin und Geduld sind entscheidend.


Handels-Strategien

Scalping
  • Definition: Sehr kurzfristige Handelsstrategie, bei der Trader viele kleine Gewinne durch schnelle Trades erzielen.

  • Zeithorizont: Sekunden bis wenige Minuten.

  • Merkmale: Hohe Konzentration, viele Orders pro Tag, kleine Kursbewegungen ausnutzen.

  • Vorteil: Viele Gewinnchancen, schnelle Ergebnisse.

  • Nachteil: Stressig, hohe Transaktionskosten, erfordert schnelle Reaktion.

Daytrading
  • Definition: Kauf und Verkauf von Positionen innerhalb eines Handelstages.

  • Zeithorizont: Minuten bis Stunden, keine Übernacht-Positionen.

  • Merkmale: Nutzung von Intraday-Charts, schnelle Entscheidungen, Fokus auf Liquidität.

  • Vorteil: Keine Overnight-Risiken, viele Chancen pro Tag.

  • Nachteil: Hoher Zeitaufwand, erfordert Disziplin und Erfahrung.

Intraday Trading
  • Definition: Handel innerhalb eines Tages, ähnlich wie Daytrading, aber oft mit Fokus auf mehrere Intraday-Schwankungen.

  • Zeithorizont: Minuten bis Stunden.

  • Merkmale: Nutzung von kurzfristigen Trends, Nachrichten, Volatilität.

  • Vorteil: Viele Chancen, keine Overnight-Risiken.

  • Nachteil: Erfordert ständige Marktbeobachtung, hohe Disziplin.

Range Trading
  • Definition: Marktphasenbasierte Handelsart, bei der du zwischen klar definierten Support- und Resistance-Zonen handelst.

  • Zeithorizont: Minuten bis Stunden – abhängig von der Breite der Range.

  • Merkmale: Wiederholte Bewegungen innerhalb einer Preisspanne, kein klarer Trend.

  • Vorteil: Klare Einstiegs- und Ausstiegslogik, hohe Trefferquote bei stabiler Range.

  • Nachteil: Gefahr von Breakouts, Fehlsignale bei News oder Trendbeginn.

Swing Trading
  • Definition: Mittelfristiges Trading über mehrere Tage bis Wochen.

  • Zeithorizont: Tage bis Wochen.

  • Merkmale: Nutzung größerer Marktbewegungen, weniger Stress als Daytrading.

  • Vorteil: Weniger Zeitaufwand, größere Gewinnchancen pro Trade.

  • Nachteil: Overnight-Risiken, Geduld erforderlich.

Buy and Hold
  • Definition: Langfristige Strategie, bei der Anleger Wertpapiere kaufen und über Jahre halten.

  • Zeithorizont: Monate bis Jahrzehnte.

  • Merkmale: Fokus auf Fundamentaldaten, Vertrauen in langfristiges Wachstum.

  • Vorteil: Wenig Aufwand, profitiert von langfristigen Trends und Zinseszins.

  • Nachteil: Keine Absicherung gegen kurzfristige Verluste, Geduld erforderlich.

Diversifikation
  • Definition: Streuung des Kapitals über verschiedene Märkte, Branchen oder Asset-Klassen.

  • Ziel: Risiko reduzieren, indem Verluste in einem Bereich durch Gewinne in einem anderen ausgeglichen werden.

  • Beispiele: Aktien + Anleihen + Rohstoffe + Krypto.

  • Vorteil: Schutz vor großen Verlusten, stabilere Performance.

  • Nachteil: Gewinne können geringer ausfallen, wenn ein Bereich stark läuft.

News Trading
  • Definition: Zeitbasierte Handelsart, bei der du rund um die Veröffentlichung von Nachrichten oder Wirtschaftsdaten handelst.

  • Zeithorizont: Sekunden bis wenige Minuten nach News-Release.

  • Merkmale: Hohe Volatilität, schnelle Marktreaktionen, starke Impulsbewegungen.

  • Vorteil: Klare Zeitpunkte für mögliche Trades, große Bewegungen in kurzer Zeit.

  • Nachteil: Risiko durch Slippage, Spread-Ausweitung und emotionale Überreaktionen.

Arbitrage-Trading
  • Definition: Gleichzeitiges Kaufen und Verkaufen desselben Assets auf verschiedenen Märkten, um Preisunterschiede auszunutzen.

  • Zeithorizont: Sekunden bis Minuten – extrem kurzfristig.

  • Merkmale: Nutzung von Marktineffizienzen, oft automatisiert durch Algorithmen oder Bots.

  • Vorteil: Nahezu risikofrei, da kein Markttrend vorhergesagt werden muss.

  • Nachteil: Technisch anspruchsvoll, geringe Chancen für Retail-Trader, da große Player dominieren.

Position Trading
  • Definition: Langfristiges Halten von Positionen basierend auf fundamentalen oder großen Trends.

  • Zeithorizont: Wochen bis Monate.

  • Merkmale: Fokus auf Makrotrends, geringe Handelsfrequenz.

  • Vorteil: Wenig Stress, klare Orientierung an großen Bewegungen.

  • Nachteil: Kapital lange gebunden, langsame Ergebnisse.

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