Die besten Strategien

Trendfolge-Strategie

Was ist die Trendfolge-Strategie?

  • Definition: Du handelst in Richtung des bestehenden Trends.

  • Prinzip: „The trend is your friend“ – die Wahrscheinlichkeit, dass ein Trend anhält, ist größer als die einer Umkehr.

  • Technik: Einstieg erfolgt, wenn ein Trend klar erkennbar ist (z. B. höhere Hochs und höhere Tiefs im Aufwärtstrend).

  • Ziel: Gewinne mitnehmen, solange der Trend intakt bleibt, und Ausstieg bei ersten Anzeichen einer Trendumkehr.

Wann funktioniert sie am besten?

  • Forex-Märkte: Besonders während der London-Session (08–12 Uhr MEZ) und New-York-Session (14–18 Uhr MEZ), da hier die größten Bewegungen stattfinden.

  • Indizes: S&P 500 oder DAX zeigen oft klare Trends nach Markteröffnung.

  • Rohstoffe: Gold und Öl sind trendstark, vor allem bei geopolitischen oder wirtschaftlichen Nachrichten.

  • Krypto: Funktioniert auch, aber Vorsicht – hohe Volatilität kann Trends schnell brechen.

Hilfreiche Indikatoren

  • Gleitende Durchschnitte (MA, EMA) → zeigen Trendrichtung

  • MACD → bestätigt Trendstärke

  • RSI/Stochastic → helfen, Überkauft/Überverkauft zu erkennen

  • Bollinger Bänder → zeigen Ausbrüche und Trendfortsetzungen

Vor- und Nachteile

Einfach zu verstehen – auch für Anfänger geeignet

Hohe Erfolgswahrscheinlichkeit, wenn Trend stark ist

Seitwärtsmärkte sind gefährlich – viele Fehlsignale

Späte Einstiege – man verpasst oft den Anfang des Trends


Support & Resistance Strategie

Support (Unterstützung)

  • Definition: Ein Bereich im Chart, an dem der Kurs bei fallenden Preisen häufig stoppt oder nach oben dreht.

  • Grundidee: Käufer treten hier verstärkt auf, weil sie den Preis als günstig ansehen.

  • Beispiel: EUR/USD fällt mehrfach bis 1,0500 und dreht dort wieder nach oben → 1,0500 ist eine Support-Zone.

Resistance (Widerstand)

  • Definition: Ein Bereich im Chart, an dem der Kurs bei steigenden Preisen häufig stoppt oder nach unten dreht.

  • Grundidee: Verkäufer treten hier verstärkt auf, weil sie den Preis als hoch ansehen.

  • Beispiel: DAX steigt mehrfach bis 18.000 Punkte und fällt von dort → 18.000 ist eine Resistance-Zone.

Wie man Support & Resistance erkennt

  • Horizontale Linien: Mehrfach getestete Preisniveaus im Chart.

  • Runde Zahlen: Psychologische Marken wie 1,0000 oder 20.000.

  • Trendlinien: Aufwärts- oder Abwärtslinien, die als dynamische Unterstützung/Widerstand wirken.

  • Indikatoren: Gleitende Durchschnitte oder Bollinger Bänder können ebenfalls als Support/Resistance dienen.

Bedeutung für Trader

  • Einstieg & Ausstieg: Trader kaufen oft nahe Support und verkaufen nahe Resistance.

  • Stop-Loss & Take-Profit: Diese Zonen sind ideale Punkte für Risikomanagement.

  • Trendumkehr oder Ausbruch: Wird ein Support gebrochen, kann ein starker Abwärtstrend folgen. Wird ein Widerstand durchbrochen, kann ein Aufwärtstrend starten.

Vor- und Nachteile

Einfache Anwendung → leicht verständlich, auch für Anfänger

Klarer Rahmen für Entscheidungen → gute Orientierung für Einstiege und Ausstiege

Risikomanagement → perfekte Punkte für Stop-Loss und Take-Profit

Universell einsetzbar → funktioniert in allen Märkten (Forex, Indizes, Rohstoffe, Krypto)

Psychologische Wirkung → runde Zahlen und oft getestete Levels wirken wie Magneten für Trader

Subjektivität → unterschiedliche Trader sehen unterschiedliche Levels

Fehlsignale → besonders in Seitwärtsmärkten oder bei hoher Volatilität

Kein Garant → ein Level kann jederzeit durchbrochen werden

„False Breakouts“ → Kurs bricht kurz durch, kehrt dann zurück → viele Stop-Loss werden ausgelöst

Statische Natur → klassische horizontale Linien passen sich nicht dynamisch an Marktbedingungen an


Breakout Strategie

Was ist ein Breakout?

  • Definition: Ein Breakout liegt vor, wenn der Kurs ein wichtiges Preisniveau (Support oder Resistance) oder eine Chartformation (z. B. Dreieck, Flagge, Range) durchbricht.

  • Ziel: Frühzeitig in den neuen Trend einsteigen und die starke Bewegung mitnehmen.

  • Arten:

    • Bullischer Breakout → Kurs bricht nach oben aus

    • Bärischer Breakout → Kurs bricht nach unten aus

Wann funktioniert die Strategie am besten?

  • Nach Konsolidierungsphasen: Wenn der Markt längere Zeit seitwärts läuft und Energie „sammelt“.

  • Hohe Liquidität: Besonders während der London-Session (08–12 Uhr MEZ) und New-York-Session (14–18 Uhr MEZ) im Forex.

  • Markteröffnung bei Indizes: DAX oder S&P 500 zeigen oft Breakouts direkt nach Handelsstart.

  • Nach Nachrichten: Wirtschaftsdaten oder geopolitische Ereignisse können Breakouts auslösen.

Techniken & Tools

  • Einstieg: Direkt beim Ausbruch oder nach Retest des gebrochenen Levels.

  • Stop-Loss: Knapp unterhalb (bei bullischem Breakout) oder oberhalb (bei bärischem Breakout) des Levels.

  • Indikatoren:

    • Volumen → bestätigt die Stärke des Ausbruchs

    • Bollinger Bänder → zeigen Ausdehnung der Volatilität

    • MACD/RSI → helfen, Fehlsignale zu filtern

Formationen

  • Trendfortsetzungs-Formationen

  • Diese deuten darauf hin, dass ein bestehender Trend weiterläuft:

  • Flagge → kurze Konsolidierung, meist schräg gegen den Trend geneigt

  • Wimpel (Pennant) → kleine Dreiecksformation nach starkem Impuls

  • Dreieck (symmetrisch) → Ausbruch meist in Richtung des vorherrschenden Trends

  • Rechteck (Range) → Seitwärtsphase, Ausbruch oft in Trendrichtung

  • Umkehr-Formationen

  • Diese deuten auf eine Trendwende hin:

  • Kopf-Schulter-Formation → klassischer Hinweis auf Trendwechsel (Top oder Boden)

  • Umgekehrte Kopf-Schulter → signalisiert oft Bodenbildung

  • Doppel-Top → zwei Hochs auf gleichem Niveau → bärisches Signal

  • Doppel-Boden → zwei Tiefs auf gleichem Niveau → bullisches Signal

  • Rounding Top / Bottom → langsame Trendwende über längere Zeit

  • Neutral-Formationen

  • Können sowohl Fortsetzung als auch Umkehr bedeuten – der Ausbruch entscheidet:

  • Symmetrisches Dreieck → Ausbruch nach oben oder unten möglich

  • Keil (Wedge) → fallender Keil oft bullisch, steigender Keil oft bärisch

  • Kanal (Channel) → parallele Linien, Ausbruch zeigt neue Richtung

Vor- und Nachteile

✅Klare Signale → leicht verständlich

✅Hohe Gewinnchancen bei starkem Momentum

✅Funktioniert in allen Märkten (Forex, Indizes, Rohstoffe, Krypto)

✅Klare visuelle Muster → leicht erkennbar

✅Funktionieren in allen Märkten und Zeiteinheiten

✅Gute Grundlage für Breakout- oder Trendfolge-Strategien

False Breakouts: Kurs bricht kurz aus und kehrt zurück → Stop-Loss wird ausgelöst

❌ Hohe Volatilität kann Fehlsignale erzeugen

❌ Erfordert gutes Risikomanagement

❌Subjektiv → nicht jeder Trader sieht dieselbe Formation

❌Fehlsignale möglich → besonders ohne Volumenbestätigung

❌In Seitwärtsmärkten oft unzuverlässig


Monatsultimo-Strategie

Grundidee der Monatsultimo-Strategie

  • Definition: Ein saisonales Muster, bei dem Kurse am Monatsende und Monatsanfang überdurchschnittlich steigen.

  • Ursache: Institutionelle Investoren und Fondsmanager kaufen gegen Monatsende, um ihre Portfolios („Window Dressing“) aufzuwerten. Auch Gehalts- und Kapitalzuflüsse sorgen für zusätzliche Nachfrage.

  • Umsetzung:

    • Einstieg meist am 26. des Monats (oder nächster Handelstag).

    • Ausstieg am 5. Handelstag des Folgemonats.

    • Damit ist man ca. 10 Kalendertage investiert.

Wann funktioniert die Strategie am besten?

  • Aktienmärkte: Besonders in großen Indizes wie S&P 500, DAX, Dow Jones.

  • Zeiten hoher Liquidität: Monatsende, wenn Fonds und institutionelle Anleger ihre Bücher schließen.

  • Nicht in allen Monaten gleich stark: Studien zeigen, dass Juli–September oft schwächer sind

Vor- und Nachteile

✅Einfaches Setup, leicht umsetzbar

✅Statistisch belegte Anomalie mit hoher Trefferquote (teilweise über 70%)

✅Kurze Haltedauer → geringes Marktrisiko

❌Kein Garant → Muster kann ausbleiben

❌Funktioniert nicht in jedem Monat gleich stark

❌Erfordert diszipliniertes Timing (Einstieg/Ausstieg genau an den Stichtagen)


Gap Trading

Was ist ein Gap?

  • Ein Gap entsteht, wenn der Eröffnungskurs deutlich über oder unter dem Schlusskurs des Vortages liegt.

  • Ursachen: News, Earnings, Dividenden, geopolitische Ereignisse, Liquiditätsengpässe.

  • Arten von Gaps:

    • Common Gap → normale Kurslücke, oft geschlossen

    • Breakaway Gap → Ausbruch aus einer Formation, meist Trendstart

    • Runaway Gap → im laufenden Trend, zeigt Stärke

    • Exhaustion Gap → am Ende eines Trends, oft Umkehrsignal

Strategien im Gap Trading

  • Aktienmärkte: Besonders in großen Indizes wie S&P 500, DAX, Dow Jones.

  • Zeiten hoher Liquidität: Monatsende, wenn Fonds und institutionelle Anleger ihre Bücher schließen.

  • Nicht in allen Monaten gleich stark: Studien zeigen, dass Juli–September oft schwächer sind

Märkte & Zeitpunkte

  • Besonders relevant bei Aktien (z. B. nach Earnings), Indizes (DAX, S&P 500), Rohstoffen und Forex.

  • Am besten funktioniert Gap Trading bei Markteröffnung, wenn Liquidität und Volatilität hoch sind

Vor- und Nachteile

✅Klare Signale durch sichtbare Kurslücken

✅Hohe Gewinnchancen bei Momentum

✅Funktioniert in vielen Märkten

False Gaps: nicht jedes Gap wird geschlossen

❌Hohe Volatilität → Risiko von Slippage

❌Erfordert schnelles Handeln und gutes Risikomanagement


Orderblock-Strategie

Was ist die Orderblock-Strategie?

  • Definition: Du handelst an Zonen, in denen große Marktteilnehmer (Smart Money) ihre Orders platziert haben.

  • Prinzip: Orderblocks markieren starke Angebots- oder Nachfragebereiche, die der Markt später respektiert.

  • Technik: Einstieg erfolgt, wenn der Preis zurück in den Orderblock läuft.

  • Ziel: Präzise Einstiege mit klar definiertem Risiko und hoher Wahrscheinlichkeit auf Trendfortsetzung oder Umkehr.

Wann funktioniert sie am besten?

  • Nach einem Break of Structure (BOS): Bestätigung, dass der Trend intakt ist.

  • Nach einem Change of Character (ChoCH): Hinweis auf Trendwechsel.

  • In Kombination mit Liquidity Pools: Markt holt erst Liquidität, bevor er den Orderblock respektiert.

  • Bei Futures, Forex und Indizes: Besonders effektiv in volatilen Märkten mit klarer Struktur.

Hilfreiche Tools & Indikatoren

  • Marktstruktur-Analyse → BOS & ChoCH als Bestätigung

  • Volumen/Orderflow → zeigt Aktivität im Block

  • FVG (Fair Value Gap) → oft in Nähe von Orderblocks

  • Candlestick-Muster → z. B. Rejection-Wicks oder Engulfing-Kerzen im Block

Vor- und Nachteile

Präzise Einstiegszonen – klar definierte Bereiche

Klare Stop-Loss-Logik – unter/oberhalb des Blocks

Hohe Trefferquote – wenn mit Struktur kombiniert

Nicht jeder Block hält – Fehlsignale möglich

Komplex für Anfänger – erfordert Übung und Bestätigung durch andere Konzepte


Fair Value Gap-Strategie

Was ist die Fair Value Gap-Strategie?

  • Definition: Du handelst Preisbereiche, die durch schnelle Bewegungen entstanden sind und nicht „sauber“ getestet wurden.

  • Prinzip: Der Markt kehrt oft zurück, um diese Lücken zu „füllen“ – das Ungleichgewicht wird ausgeglichen.

  • Technik: Einstieg erfolgt, wenn der Preis in ein markiertes FVG zurückläuft.

  • Ziel: Mit hoher Wahrscheinlichkeit von der Reaktion des Marktes im Gap profitieren.

Wann funktioniert sie am besten?

  • Nach starker Volatilität: News, Breakouts oder institutionelle Orders.

  • In Kombination mit Marktstruktur: BOS oder ChoCH bestätigen die Richtung.

  • Zusammen mit Orderblocks: FVG liegt oft direkt neben einem Block → verstärktes Signal.

  • Intraday & Swing-Trading: Besonders effektiv in klaren Trends mit Korrekturbewegungen.

Hilfreiche Tools & Indikatoren

  • Marktstruktur-Analyse → BOS/ChoCH als Bestätigung

  • Volumenprofile → zeigt, ob das Gap wirklich ungetestet ist

  • Orderflow/Delta → bestätigt Aktivität im Gap

  • Candlestick-Muster → Rejection oder Engulfing im Gap als Einstiegssignal

Vor- und Nachteile

Klare Zonen – leicht im Chart zu markieren

Hohe Trefferquote – wenn mit Struktur kombiniert

Flexibel – nutzbar für Einstiege oder Ziele

Nicht jedes Gap wird gefüllt – Fehlsignale möglich

Erfordert Geduld – manchmal dauert es lange, bis der Markt zurückkehrt

Abschlusswort

Alle Strategien haben ihre eigenen Stärken – doch sie teilen eine zentrale Botschaft: 👉 Disziplin, Timing und Risikomanagement sind entscheidend.

Keine Strategie ist ein „heiliger Gral“.

Jede funktioniert nur in den richtigen Marktbedingungen.

Die Kombination aus klaren Regeln + Marktverständnis + Geduld macht den Unterschied.

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